IMPACT SelbstSicherheit, Hardturmstr. 68, 8005 Zürich, Tel. 044 440 72 72, Fax: 044 440 72 73, info@selbstsicherheit.ch
SelbstSicherheit
ist lernbar

Ziele auf der Ebene des Verhaltens

Wirkung auf der Ebene der Körperreaktionen

Lernen unter Mitwirkung von Emotionen

Theorie-Inputs für die kognitive Einbettung

Zugrundeliegende Werthaltung

IMPACT für Kinder

Vertiefende Artikel

Methode

Selbstsicherheit ist lernbar, sowohl für Notsituationen wie auch für den Alltag. Mit dem Ziel, Gewalt zu minimieren, wollen wir eine Veränderung in unseren Kursteilnehmenden anstossen, die die Selbstsicherheit von innen heraus stärkt. Dabei sprechen wir alle Ebenen des menschlichen Erlebens und Verhaltens an: Verhalten, physiologische Körperreaktionen, Emotionen, Kognitionen.

IMPACT SelbstSicherheit arbeitet mit direkter Konfrontation, d.h. mit einem Angreifer in Schutzrüstung, der sich sowohl verbal als auch im physischen Angriff realitätsnah verhält. Die Schutzrüstung und Ausbildung der Trainer erlaubt es, alle Kämpfe mit voller Kraft durchzuführen. Die Aktivierung der Stressreaktionen ist ein wichtiger Bestandteil der Methode. Ebenso wichtig ist es, dass die Teilnehmenden während der Übung gecoacht und unterstützt werden.

Obwohl es sich um eine nachgestellte Situation und nicht um eine reale Bedrohung handelt, gelingt es durch die direkte Konfrontation, realitätsnah zu arbeiten. Teilnehmende erleben, wie sie körperlich und psychisch auf einen Angriff reagieren, und lernen, wie und dass sie dabei handlungsfähig bleiben können – das alles obwohl klar ersichtlich ist, dass sie sicher aufgehoben und nicht real bedroht sind.

Es ist uns wichtig, Power und Achtsamkeit zu verbinden. Wir arbeiten direkt, intensiv, konfrontierend, setzen die volle Kraft ein. Gleichzeitig arbeiten wir mit Achtsamkeit und Sorgfalt, um einen gesunden Lernprozess zu ermöglichen.

1. Ziele auf der Ebene des VERHALTENS

2. Wirkung auf der Ebene der KÖRPERREAKTIONEN

3. Lernen unter Mitwirkung von EMOTIONEN

4. Theorie-Inputs für die KOGNITIVE Einbettung

5. Zugrundeliegende Werthaltung

6. IMPACT für Kinder

7. Vertiefende Artikel

 

1. Ziele auf der Ebene des Verhaltens

Kursteilnehmende lernen, in verschiedenen Situationen angemessen und frühzeitig zu reagieren. Die Basis dafür bildet das frühzeitige Erkennen von Gewaltdynamiken und Grenzüberschreitungen. Konkrete Übungsinhalte sind:

  • der gezielte Rückzug aus der Gefahrenzone
  • Klare Abgrenzung mit Körpersprache und Stimme
  • Wirksame, unter Stress anwendbare Notwehrtechniken
  • Möglichkeiten zur Regulierung der eigenen Reaktionen auf die Bedrohung
 

2. Wirkung auf der Ebene der Körperreaktionen

SelbstSicherheit hat mit Körperreaktionen auf Stress zu tun. Um im Ernstfall auch unter Stress handlungsfähig zu bleiben ist es essentiell, sich schon in der Übungssituation mit Stressreaktionen vertraut zu machen.

Wir arbeiten mit Stress, um folgende Ziele zu erreichen:

  • Handlungs- und entscheidungsfähig zu sein, trotz zittriger Knie, schweissnassen Händen, hochkommender Wut, empfundener Hilflosigkeit.
  • Vertrauen zu fassen in die eigenen Fähigkeiten - auch in einem durch die Stressreaktion veränderten Organismus.
  • Ungeahnte Ressourcen aktivieren zu können.
  • In einer Stresssituation Erfolg, heilsame Begleitung und Unterstützung erfahren zu können.

Das direkte Üben unter Stress kann schon in wenigen Kursstunden eine tiefgreifende Änderung von Reflexmustern bewirken. Dies ist wichtig in Bezug auf die Handlungsfähigkeit in realen Notsituationen. Es hat aber auch einen Einfluss auf den Umgang mit alltäglichen Konflikten, da über die körperliche Erfahrung eingeschliffene Reaktionsmuster durchbrochen werden können.
Die SelbstSicherheit wächst über die körperliche Erlebnisebene.

Ausführlichere Information über die Arbeit mit dem Stresssystem und den Bezug der Methode von IMPACT SelbstSicherheit zur Psychotraumatologie ist in der Arbeit «Dass auch ich Rechte habe, habe ich über den Körper begriffen, und nicht weil es mir gesagt wurde» nachzulesen, die im Rahmen einer Weiterbildung in Intervention und Prävention bei sexueller Gewalt an der Universität Zürich von Adriana Burgstaller verfasst wurde.

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3. Lernen unter Mitwirkung von Emotionen

Grenzüberschreitungen lösen Emotionen aus. Es ist ein wichtiger Bestandteil unserer Methode, Emotionen zu aktivieren und die Vorteile des emotionalen Lernens zu nutzen. Ohne die Mitwirkung der Emotionsareale des Gehirns wäre ein nachhaltiger Lerneffekte in so kurzer Trainingszeit nicht möglich.

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4. Theorie-Inputs für die kognitive Einbettung

Unser Modell umfasst fünf Stufen zur Einteilung von menschlichen Interaktionen. Den Stufen sind Farben zugeordnet:

  BLAU: Es ist alles in Ordnung, die Sicherheit ist gewährleistet

  GRÜN: Irgendetwas stimmt nicht, es liegt etwas in der Luft, die Aufmerksamkeit erhöht sich.
  GELB: Es gibt Auseinandersetzungen, Spannungen, die im Dialog besprochen werden können.
  ORANGE: Grenzüberschreitungen, verbale Angriffe, Bedrohungen, die klare Grenzsetzung mit Körperhaltung und Stimme nötig machen.
  ROT: körperliche Angriffe, Schutzmassnahmen wie Flucht oder Verteidigung müssen eingesetzt werden.

 

Wir nutzen diese fünf Stufen, um unterschiedliche Themen aufzugreifen.

Entspannungsmodell zu Selbst - Sicherheit

  • Welche Verhaltensweisen unterstützen meine SICHERHEIT?
  • Was hat das alles mit meinem SELBST, mit individuellen Faktoren zu tun?

Aktivierungskurve

  • Welche körperlichen Faktoren spielen in Gefahrensituationen eine Rolle?
  • Wie kann ich meine Aktivierung regulieren und in/nach Stresssituationen die Entspannung unterstützen?

Individuelle Betroffenheit

  • Welche Situationen treffen mich?
  • Wo bin ich besonders empfindlich?
  • Wie kann ich mit Frust umgehen, sodass er sich nicht in Provokation wandelt

Je nach Kursformat und Zusammensetzung der Kursgruppe setzten wir unterschiedliche Schwerpunkte in der Wahl der Modelle und der Betonung unterschiedlicher Elemente innerhalb der Modelle.

5. Zugrundeliegende Werthaltung

Die Werthaltung von IMPACT SelbstSicherheit konstituiert sich aus einem humanistischen Menschenbild und einem ressourcenorientierten Ansatz: Die Methoden richten sich nach dem Prinzip der Salutogenese und stärken die positiven Lösungsstrategien der Teilnehmenden. Sie fördern die SelbstSicherheit, indem die Teilnehmenden sich als handlungsfähig wahrnehmen und sich als handelnde Person (auch in Momenten der Bedrohung) erfahren können.

Empowerment und Selbstwirksamkeit

Das IMPACT-Training kann als Teil eines Empowermentprozesses angesehen werden und fördert die Selbstwirksamkeitsüberzeugung nachhaltig. Durch das Stresstraining lenken die TrainerInnen die Teilnehmenden dort hin, wo eigene Kraft und Handlungsfähigkeit erfahrbar wird. Beim Coaching verhalten sich die Trainerinnen unterstützend aber im Hintergrund. Der Trainer verhält sich in der Angreiferrolle so, dass er das Potenzial der Zielperson so optimal wie möglich ausschöpft. Seine Provokationen sind darauf ausgerichtet, den nächsten Lernschritt möglich zu machen; maximal zu fordern ohne zu überfordern.

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6. IMPACT für Kinder

Die Kinderkurse bei IMPACT SelbstSicherheit beruhen im Prinzip auf denselben Grundlagen wie die Kurse für Erwachsene. Wichtig ist uns in diesen Kursen zusätzlich:

  • Spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema
  • Spass am Lernen mit Erfolg
  • Aktiver Einbezug der Bezugspersonen

Wir verzichten darauf, den Kindern Angst zu machen, arbeiten ressourcenorientiert und bauen auf den individuellen Stärken der Kinder auf.

In unserer Literaturliste haben wir einige Bücher für Kinder zum Thema der Grenzüberschreitungen notiert. Bei älteren Kindern stellt sich oft die Frage, wie sie mit den modernen Medien (Chatrooms zum Beispiel) umgehen sollen. Wir haben dazu einige Empfehlungen zusammengestellt.

Versa (Verein zur Verhinderung sexueller Ausbeutung von Kindern im Sport) hat ein Merkblatt für Eltern entwickelt und eine Adressliste für den Kanton Zürich.

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7. Vertiefende Artikel

Die Methode von IMPACT SelbstSicherheit wurde von verschiedenen Strömungen beeinflusst. Eine starke Verbindung besteht zur Integrativen Körperpsychotherapie (www.ibp-institut.ch).

Burgstaller, Adriana (2008). «Dass auch ich Rechte habe, habe ich über den Körper begriffen, und nicht weil es mir gesagt wurde.» – Selbstverteidigung (mit der Methode von IMPACT SelbstSicherheit, Zürich) als therapiebegleitendes Angebot im Gebiet der Psychotraumatologie. Zertifikatsarbeit CAS Intervention und Prävention bei sexueller Gewalt, Universität Zürich.

Burgstaller, Adriana (2008). «Interview Eva Tocci»Ein Gespräch mit einer Kursteilnehmerin über ihre Erfahrungen mit Gewalt in der Kindheit und die Rolle von IMPACT SelbstSicherheit in der Verarbeitung.

Susanne Hablützel, in Zusammenarbeit mit Isabelle Lendvai (2003). Wie SelbstSicherheit die Gesundheit fördert: ein Grundlagenbuch über IMPACT SelbstSicherheit

Scheuner, Sonja (2002). Weniger Depressivität durch schlagende Erfahrungen? Selbstverteidigung für Frauen am Beispiel der IMPACT-Methode [...]. Lizentiatsarbeit des Instituts für Psychologie, Universität Bern.

Gerber, Daniela (2001). Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Frauen: zur Wirkung der „Full-Force“-Selbstverteidigung auf den Selbstwert [...] von IMPACT-Kursabsolventinnen. Lizentiatsarbeit des Instituts für Psychologie, Universität Bern.

 

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